Für alle, die einfach interessante Podcasts mögen
00:00:00: es möchte auch keine Frau als Quotenfrau irgendwo hin und zwar unqualifiziert. Frauen haben im Gegenteil
00:00:07: einen sehr hohen Anspruch. Speed Learning, die Erfolgstechnik für dich und dein Leben.
00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zu heutigen Podcastfolge. Meine Interviewpartnerin, mein
00:00:28: Interviewgast heute ist Christine Regitz. Und Christine Regitz hat es sich so ein bisschen auf die
00:00:34: Fahne geschrieben, der Welt zu zeigen, dass Frauen in der IT eine ganz wichtige Rolle spielen.
00:00:40: Herzliche Grüße in die Nähe von Waldorf. Hallo Frau Regitz, schön, dass es geklappt hat.
00:00:45: Ja, hallo. Vielen Dank, dass ich dabei sein darf. Danke für die Einladung.
00:00:49: Frauen in der IT. Ich erinnere mich noch früher in der Schule, hieß es immer,
00:00:54: Jungs sind gut in Technik und Naturwissenschaft und Mädchen in Fremdsprachen. Wie sehen Sie das?
00:01:00: Das ist natürlich eine sehr pauschale Aussage und die stimmt so nicht und ich bin dafür eigentlich
00:01:07: auch das beste Beispiel und ich bin ja auch nicht alleine. Also ich war in Beidem gut. Ich war gut
00:01:14: in Mathe und ich war gut in Fremdsprachen und ich glaube, das hat natürlich gibt es einen guten
00:01:21: Teil Veranlagung. Nicht jeder ist gut in Mathe, nicht jeder ist gut in Fremdsprachen. Das ist
00:01:26: ja auch die Diversität oder die Heterogilität der Menschen. Jeder hat seine eigene Begabung. Aber
00:01:32: ich glaube, das stimmt nicht. Ich glaube natürlich, dass es da gewisse Tendenzen gibt und
00:01:38: das ist vielleicht, aber auch das ist glaube ich noch nicht ganz geklärt, inwieweit die
00:01:43: Sozialisation hier hilft oder inwieweit es tatsächlich eine Veranlagung auch ist bei
00:01:50: Jungs dann doch eher mit dem Bauwerkelchen zu spielen und die Mädchen dann doch eher mit
00:01:54: den Puppen. Aber ich glaube insgesamt, so rein von den Fähigkeiten von den Skills,
00:01:59: die man braucht, da glaube ich schon, dass wir relativ gleich verteilt sind und ich glaube eher,
00:02:05: dass wir heute auch noch in den Schulen Strukturen haben oder auch Rollenmodelle oder eben keine
00:02:13: Rollenmodelle, die das so ein bisschen befeuern, dieses in meinen Augenvorurteilen. Es gibt ja
00:02:21: oft so diese Aussage, ein Mann lernt IT besser von einem Mann, eine Frau lernt IT besser von
00:02:29: einer Frau. Haben Sie in dem Bereich Erfahrungen, dass wenn Sie jetzt zum Beispiel eine Frau unterrichten
00:02:36: oder eine Frau in bestimmte IT-Bereiche einführen, dass es hier leichter fällt als vielleicht bei
00:02:41: einem männlichen Kollegen? Also was ich festgestellt habe ist in der Tat, dass Frauen, wenn sie,
00:02:49: ich sage mal auch in Gruppen habe, ich sehe in erster Linie erlebt, anders auch miteinander
00:02:55: umgehen, sich das auch anders erklären. Ich würde es mal ganz pauschal sagen, Männer sind da immer
00:03:02: so ein bisschen kompetitiv, sind immer so ein bisschen ein Wettbewerb und da will der eine es
00:03:07: eigentlich besser wissen als der andere und will ein bisschen besser dastehen und Frauen gucken
00:03:12: eigentlich auch sehr stark in die Runde, haben es alle verstanden oder gibt es irgendwo noch jemand,
00:03:17: der so quasi die Fragezeichen in den Augen hat. Also ich habe schon den Eindruck, dass Frauen, also
00:03:24: aus meiner Erfahrung, anekdotisch sehr viel stärker auf das Publikum eingehen, also auf die
00:03:30: Zuhörerschaft umzugucken, kommt das, was ich erkläre an, habt ihr das verstanden, die da auch
00:03:36: durchaus eher nachfragen und bei Männern ist das eher weniger, der Fall und wie gesagt, da habe
00:03:42: ich den Eindruck, dass tatsächlich der eine schon dem anderen zeigen will, ich bin da schon der
00:03:46: bessere, ich bin da schon der Experte und ich erkläre euch jetzt mal, wie die Welt funktioniert.
00:03:52: Es ist spannend, weil es wird ja oft auch gesagt, dass wenn Frauen zusammen irgendwas machen, dass es
00:03:57: viel gezicke gibt. Also es scheint jetzt in ihrer Erfahrung auch überhaupt nicht so zu sein.
00:04:02: Nein, ich gehe jetzt wirklich davon aus, die sagen wir so in einer eher in einer Schulungssituation.
00:04:07: Also eine Frau erklärt in einer Gruppe von Frauen ein Thema, bzw. dass er halt einen Mann erklärt
00:04:12: in einer Gruppe von Männern ein Thema. Es geht also weniger um das Zusammenarbeiten, da drüber
00:04:17: können wir auch noch mal reden, sondern wirklich eher in einer Schulungssituation, in einer Erklärung.
00:04:22: Also ich erzähle dir jetzt mal, ich versuche dir mal zu erklären, was ist eine Kurvendiskussion
00:04:27: und das, also eher die Situation. Also es ist tatsächlich, wenn wir von reinen Männern oder
00:04:32: reinen Frauenteams sprechen, da geht es aber dann eher um Zusammenarbeitsthemen, weniger um dieses
00:04:38: so Wissenstransfer. Okay, jetzt haben Sie bei einer Firma, wir dürfen den Namen nennen,
00:04:44: bei der Firma SAP, die Rolle Head of Women in Tech. Spreche das so richtig aus? Genau, Head of SAP
00:04:51: Women in Tech, das ist das SAP dabei, ist wirklich, SAP Women in Tech. Was genau ist
00:04:57: da Ihre Funktion und wie haben Sie sich entschieden, diese Position zu übernehmen?
00:05:01: Ich habe selber über 25 Jahre bei der SAP in der Softwareentwicklung gearbeitet,
00:05:10: sehr stark an unseren Produkten, sehr stark mit Industriefokus, komme also klassisch aus der
00:05:16: Softwareentwicklung und habe in der Zeit viel gelernt, habe viel kennengelernt,
00:05:22: viel mit Männern zusammengearbeitet, wenig mit Frauen zusammengearbeitet und irgendwann habe ich
00:05:31: mich natürlich auch mal umgeschaut und in der Tat war da gerade eine Stelle ausgeschrieben,
00:05:35: also diese Head of SAP Women in Tech. Was ist das, was macht diese, damals einen,
00:05:42: das war ich, ich fing an als ein Personenprojekt sozusagen, habe mittlerweile ein kleines Team.
00:05:48: Das geht darum, dass wir und das haben wir zuerst tatsächlich in unseren quasi Software nahen,
00:05:54: Konferenzen gemerkt, in unseren internen, es gab eine berühmte Konferenz intern,
00:06:00: unser Entwickler Kickoff, das ist immer am Anfang des Jahres, kommt alle Softwareentwickler und alle
00:06:06: die mit Softwareentwicklung zu tun haben zusammen und starten so das Jahr, setzen Prioritäten. Und
00:06:11: es ist passiert, dass in einem Jahr tatsächlich es sie es geschafft haben, keine einzige Frauf
00:06:16: der Bühne zu haben. Es gab eine, die in so einer Demo mitgespielt hat, da wird so eine Demo-Situation,
00:06:21: also wird was demonstriert und die hat da so die, naja, leicht nicht IT affine Marketing-Dame
00:06:29: gespielt. Also es war rundum ganz schlecht. Es gab daraufhin einen relativ großen negativen
00:06:39: Sturm, auch wie bei SAP üblich, man schreibt auch gerne direkt an den Vorstand, also der
00:06:44: entdammelige zuständige Vorstand hatte einiges an E-Mails in seinem Eingang, sowohl von Männern,
00:06:49: aber auch von Frauen und da hat daraufhin gesagt, oh, das darf uns natürlich nicht mehr passieren.
00:06:53: Ist auch nicht mehr zeitgemäß und hat damals dann ein kleines Projekt bei sich im Stab etabliert
00:07:00: und nannte das damals dann SAP Women in Tech. Und irgendwann hat man aber auch entdeckt,
00:07:05: da gab es im Vorstand Veränderungen, wir haben einen neuen CEO bekommen und mit Christian Klein
00:07:11: war dann auch klar, dass dieses Thema für ihn nicht nur in der Entwicklung ist, sondern das haben
00:07:16: wir in allen Unternehmen in Stilen. Das heißt, es ist ein Thema für die komplette Firma, also
00:07:22: nicht nur in der SAP Entwicklung, sondern in allen Bereichen. Und so hat er eine eigene Stelle
00:07:27: dafür geschaffen und ich habe mich dann beworben, habe die bekommen und habe jetzt die Aufgabe
00:07:32: tatsächlich, unsere Frauen auf die Bühnen zu bringen mit ihrer Fachexpertise und das können
00:07:40: interne Bühnen sein, das können aber auch Bühnen sein, wo wir beispielsweise unseren Kunden,
00:07:46: unsere Neuerungen zeigen. Das heißt, das mache ich, ich sorge dafür, dass unsere Frauen,
00:07:50: unsere Expertinnen sichtbar sind und damit sie auf die Bühne können, helfen wir ihnen auch mit
00:07:56: Schulungen, mit Speaker Coaching, also mit allem, was man braucht, um gut auf der Bühne zu sein. Also
00:08:04: wir helfen ihnen, wir üben mit ihnen, wir bieten so Training Sessions an, wo sie, wenn sie demnächst
00:08:10: auf die Bühne kommen, dass wir ihnen dann helfen mit Coachings, mit aber auch einfach nur, wir spielen
00:08:16: es durch Feedback. Das heißt, wir sorgen dafür, dass sie das gut können. Also da gehört natürlich
00:08:20: auch Stimme dazu, Körpersprache, alles, was man dann so braucht, um eine gute Präsentation zu
00:08:27: halten. Das ist meine Aufgabe mit meinem kleinen Team und das ist global für die komplette
00:08:31: Company. Das heißt, sie unterstützen dann hauptsächlich oder ausschließlich die weiblichen
00:08:37: Experten, weiblichen Expertinnen, weil das was sie gerade gesagt haben mit Speaker Coaching und
00:08:42: sowas, das tut ja auch vielen männlichen Kollegen, wenn ich manchmal politischer Reden sehe, dann
00:08:48: frage ich mich, ob die nicht irgendwann mal ein Rhetorik-Seminar besucht haben. Haben sie ein
00:08:54: konkretes Beispiel, ohne jetzt zu sehr interner oder Geheimnisse zu verraten, anhand dem das mal
00:09:02: plastisch wird, wie sich so eine Persönlichkeit als Frau dann entwickelt hat bei ihnen? Also
00:09:08: sind natürlich alles Frauen, die, weil wir sehr stark intern arbeiten, da gibt es jetzt nicht so
00:09:13: eine, das eine Beispiel, sondern was ich persönlich sehr war, eine Kollegin, bei der ich das sehr
00:09:21: plastisch fand, wir haben sie in unsere Training aufgenommen. Sie ist eine Expertin für künstliche
00:09:28: Intelligenz und ist noch relativ jung und wir haben mit ihr ihre Präsentation geübt und vier
00:09:35: Wochen später hat sie die auf einem, auf einem, auf einem Meeting präsentiert, wo komplette deutsche
00:09:43: Belegschaft eingeladen war. Und da habe ich gesehen, das hat sie so toll gemacht und hat auch so
00:09:48: viel gelobt dafür bekommen. Und wir haben gesagt, sie ist so toll, dass wir das geübt haben, weil sie
00:09:54: sicher war, sie ist also, sie ist rüber, sie ist gut rübergekommen. Also das war einfach eine, also ein
00:10:00: wahnsinniges Erfolgserlebnis auch für sie, also zu sehen, wenn ich das übe und wenn ich Feedback
00:10:05: bekomme, kann ich das machen und auch dann, wenn dann tatsächlich so also eingeladen, wenn deutsche
00:10:11: Belegschaft, den ja schon so über 20.000 Leute, nicht jeder kommt für Söhntermien, aber schon,
00:10:15: da sind schon ein paar tausend Leute dabei. Und das ist dann halt etwas, wo ich denke, ja, das ist super,
00:10:20: die wurde jetzt auch gesehen, die haben gesehen, tolle, tolle Spezialistinnen. Also von diesen
00:10:25: Beispielen haben wir etliche, wo wir dann halt eher auf einer internen Schiene sehen, Mensch, das ist
00:10:31: ja toll geworden und das, guck mal, wie die sich entwickelt hat. Und da sind dann anhand von solchen
00:10:36: Ereignissen sind dann auch die Ergebnisse ihrer Arbeit messbar, nämlich an, oder? Korrekt. Ja, genau,
00:10:42: das ist auch etwas, wo wir dann sehen, dass wir nachgefragt werden. Also auch jetzt, wir wurden
00:10:48: ganz konkret gefragt, wir haben demnächst so einen Tag zu einem bestimmten Produkt und wir
00:10:54: möchten gerne eure Services in Anspruch nehmen. Könnt ihr uns helfen, dass unsere Frauen üben
00:11:01: können, ihre Präsentation? Ja, und da ist dann auch ein oder zwei Männer sind dann da auch dabei.
00:11:06: Aber klar, wir fokussieren uns auf die Frauen auch, weil wir gerade bei den Frauen sehen, dass wir
00:11:14: in helfen können, selbstbewusst zu werden. Das ist das, was ich erlebe. Die Männer springen einfach
00:11:20: auf die Bühne und glauben, dass sie toll sind. Mal ganz pauschal gesagt und viele Frauen sagen dann
00:11:27: oft, wenn sie gefragt werden, meinst du wirklich, ich kann das? So viele Leute und haben erst mal
00:11:34: noch mal keine Selbstzweifel, aber brauchen die noch mal eine Bestätigung, noch mal so ein bisschen
00:11:41: den Schubsa und die Männer springen einfach auf die Bühne, ob sie es können oder nicht, also
00:11:45: ob sie gute Sprecher sind oder nicht. Von daher stimme ich ihnen zu. Die Männer brauchen das
00:11:50: genauso wie die Frauen. Wir fokussieren uns aber rein auf die Frauen, weil wir an der Stelle
00:11:55: halt auch den höheren Nachholbedarf haben. Die Männer tun es einfach, sind damit sichtbar
00:11:59: und die Frauen eben nicht und das wollen wir ändern. Ja, ich habe mal in einem Podcast von der
00:12:05: FAZ gehört, so das Meinzett, wenn man jetzt irgendetwas in der Zeitung liest, was irgendwie
00:12:11: missverständlich ist, dann denkt so eine Frau, ha, komisch, das wusste ich gar nicht und der Mann
00:12:15: sagt, ist ein Druckfehler in der Zeitung. Also vom Selbstverständnis her und das passt dann auch
00:12:20: auf die Bühne. Es ist eigentlich so ein bisschen schade, dass es in den Schulen und auch an den
00:12:27: Universitäten nicht mehr forciert wird zu dieses freie Sprechen. Jetzt sind sie natürlich bei der
00:12:33: SAP beschäftigt, aber haben sie im Privatleben auch irgendwie Schulungen, die sie anbieten,
00:12:38: wenn jetzt von den Zuhörerinnen jemand eben nicht bei SAP arbeitet und sagt aber, ich hätte das
00:12:43: gerne oder hat vielleicht sogar einen Vortrag bei sich im Unternehmen, bieten sie sowas an?
00:12:49: Nein, nein, leider noch nicht. Es gibt es auch ganz selten. Ich werde immer wieder gefragt,
00:12:55: von auch von Frauen, die Ausfahre der SAP sind, was kann ich denn tun? Gibt es denn irgendetwas?
00:13:02: Es gibt ganz wenige Beispiele dazu nur und ganz ehrlich, ich glaube, da ist in der Tat noch eine
00:13:09: Marktlücke, weil es so wenige Anbieter gibt, die so etwas tun und ich glaube auch, dass wir da
00:13:17: tatsächlich noch etwas tun können und wahrscheinlich ich sogar auch noch etwas tun kann. Also von
00:13:21: daher, nee im Moment noch nicht, aber tatsächlich denke ich drüber nach. Also die einzige Person,
00:13:27: die mir tatsächlich da einfällt, ist Claudia Enkelmann. Ich weiß nicht, ob sie mit ihr schon
00:13:31: mal Kontakt dann von Nikolaus Enkelmann, dem Retorikparks Deutschlands, die Tochter, die hatte
00:13:36: für meinen Buch "Speed Learning" das Vorwort geschrieben, könnte man Kontakt herstellen,
00:13:41: wenn sie möchten, weil sie bietet zum Beispiel so Charisma Trainings an und eben tatsächlich
00:13:46: auch so Frauen im Business, so Coaching, wie man eben auftritt und so. Ich glaube,
00:13:51: das wäre ein ganz netter Austausch zwischen ihnen beiden. Sehr gerne, ich bin immer froh für
00:13:55: jede Verbindung, also auch deswegen, wenn in diesem Podcast jemand hört und eine Frau oder
00:14:01: auch gerne ein Mann und möchte sich mit mir vernetzen zu einem Thema, das in diese Richtung
00:14:05: geht, sehr gerne. Sie finden mich ja auf LinkedIn und schicken sie mir einfach eine nette Nachricht und
00:14:11: dann antworte ich auch. Genau, das tun sie tatsächlich, das habe ich nämlich auch gemacht und so
00:14:16: kann der unser Kontakt auszustande. Sie haben auch ein paar Dinge schon publiziert. Sie haben
00:14:22: ein eigenes Profil auf Wikipedia, wie kriegt man denn das hin? Es gibt in der Tat eine, also
00:14:30: Initiativen auch Frauen, die für Wikipedia arbeiten oder schreiben, die auf der Suche sind nach Frauen,
00:14:38: die sie protretieren können, weil in der Tat gerade auf Wikipedia finden sie sehr wenige Frauen.
00:14:43: Es sind im Wesentlichen, ich glaube, weit über 80 Prozent sind dort Männer protretiert und deswegen
00:14:50: gibt es Frauen, die sich da engagieren und die immer wieder suchen nach guten Frauen, die sie
00:14:54: protretieren können. Bei mir war das eine Journalistin, die da quasi neben ihrer journalistischen
00:15:00: Tätigkeit dann auch Artikel auf Wikipedia schreibt und die sucht auch weiterhin gute Frauen,
00:15:07: die sie protretieren können. Also da ist tatsächlich auch ein großer Nachholbedarf und das ist
00:15:11: definitiv eines der Felder, wo wir noch mehr, also einfach mehr Rollen, Vorbilder schaffen können
00:15:20: und da sehen wir auch, es gibt die Frauen nur oftmals, sind sie tatsächlich nicht sichtbar und
00:15:27: das ist natürlich etwas, was auch ich ändern möchte, durch auch all mein ehrenamtliches
00:15:33: Engagement und zu zeigen, das ist alles machbar, das ist alles handelbar und wir brauchen die Frauen
00:15:41: und ich glaube, sie können, die Frauen können auch unheimlich viel profitieren und beitragen.
00:15:47: Ja, jetzt haben Sie von dem ehrenamtlichen Engagement, haben Sie schon angerissen, kommen
00:15:53: wir gleich zu, Sie haben ein paar Bücher oder ein paar Abhandlungen auch publiziert. Ich habe
00:16:00: was gelesen, was Männer von mir lernen können unter diesem Zitel. Also grundsätzlich welche,
00:16:08: was wären jetzt so Publikationen, bei denen Sie sagen, das wäre schon mal so ein erster
00:16:14: Einstieg, um Sie und Ihre Arbeit ein bisschen kennen zu lernen. Ich würde gar nicht so sehr auf
00:16:22: eine Publikation eingehen. Ich glaube, es ist viel wichtiger, sich zu dem Thema umfassend auch zu
00:16:29: informieren. Ich habe jetzt ja einen relativ starken Fokus auch auf die IT und für mich ist es aber
00:16:37: wichtiger, dass wir an der Stelle alle gemeinsam helfen, dass wir die Grundlagen schaffen. Also ich
00:16:45: sage mal, auf LinkedIn sich mit den entsprechenden Leuten zu vernetzen, ihnen zu folgen, ich glaube,
00:16:49: das ist immer eher mein Vorschlag oder beziehungsweise Schlagworte dann dazu abonnieren. Man
00:16:56: kann ja da auch #sabonieren auf LinkedIn, weil für mich ist das Thema, dass wir ein strukturellen
00:17:03: Wandel brauchen und dazu schreibe ich auch immer mal wieder irgendwie ein Artikel, weil wir brauchen
00:17:09: das Thema informatische Bildung in den Schulen. Ich glaube, dass unser Schulsystem und da müssen
00:17:15: wir anfangen, auch insbesondere für die Frauen und Mädchen, dringend reformbedürftig ist. Also
00:17:23: seit vielen Jahren lobbyiere ich auch für dieses Thema informatische Bildung in die Schule. Ich nenne
00:17:28: das explizit nicht Informatik, weil dann denken alle immer, dass wir es programmieren. Es ist weit,
00:17:33: weit, weit aus mehr und ich gehe sogar so weit zu sagen, dass diese informatische Bildung eine neue
00:17:40: Kulturtechnik ist. Also neben lesenrechnend schreiben braucht man das, weil einfach unsere Welle so sehr
00:17:46: durch die digitale Transformation, wie man sie nennt, verändert wird. Und wir sollten das nicht
00:17:53: aus einer reinen Konsumentensicht begleiten, sondern wir sollten das mitgestalten. Und da sehe
00:17:59: ich auch insbesondere die Frauen und dafür brauchen wir dieses Schulfach. Und es ist halt mehr als
00:18:05: programmieren und das ist das Wichtige, dass die Jungen und Mädchen das verstehen und dass die Mädchen
00:18:11: da auch dadurch dann Vorbilder bekommen, dass sie dadurch neugierig werden, sich in diesem Umfeld
00:18:18: irgendetwas zu suchen, sei es eine Ausbildung, sei es ein Studium. Und damit meine ich nicht explizit
00:18:24: nur Informatik, sondern da gibt es so viele Dinge, die eigentlich nicht bekannt sind oder die als
00:18:32: Berufsbilder wenig Transparenz sind und wir da auch noch einen großen Nachholbedarf haben. Also
00:18:38: deswegen wäre so mein Vorschlag viel eher, schauen Sie gerade auf LinkedIn, das ist ja immer noch ein
00:18:43: guter, gut inhaltlich auch. Da gibt es viele seriöse Beiträge, gucken Sie da. Das ist,
00:18:51: glaube ich, das Wichtigste. Und hören Sie solche Podcasts? Ich glaube, da gibt es ja noch viele
00:18:54: andere, die sich auch dem Thema widmen. Ich glaube, das ist wichtiger, als sich so auf einzelne
00:18:59: Publikationen zu fokussieren. Es ist nicht immer ganz einfach, Leute zu finden, die nicht predigen,
00:19:06: finde ich in dem Bereich. Also gerade zum Thema Diversität ja auch. Also jemand, der so jetzt wie
00:19:14: sie da, sage ich mal, einen Sachkundigen, aber eben auch einen bodenständigen Ansatz verfolgen,
00:19:21: einfach sagt, das ist einfach ein Markt da und den können Frauen, Mädchen genauso wie Jungs und
00:19:30: Männer. Was mir gerade kam, ein Aspekt, der ja immer ein Thema ist, ist die Vereinbarkeit von
00:19:38: Beruf und Familie. Haben Sie den Eindruck, dass gerade in der IT das einfacher ist, als zum
00:19:43: Beispiel in einem Krankenpflegeberuf oder so, dass man eben dann viel im Homeoffice machen kann
00:19:48: und Homeoffice ist jetzt nicht gleich Kinderbetreuung vom Computer, das haben wir während der Corona-Lockdown-Zeit
00:19:55: erfahren. Aber würden Sie sagen, dass es für eine junge Frau, die sich natürlich mit diesem
00:20:00: Gedanken auch trägt, Mutter zu werden, ein Beruf ist, der es ihr leichter macht und trotzdem
00:20:07: ihr die Möglichkeit gibt, up to date zu bleiben im Business? Absolut und ich glaube auch, das ist
00:20:15: ein weitverbreiteter Irrtum, dass viele glauben, der öffentliche Dienst wäre, der Allheilsbringer,
00:20:23: so nenne ich es immer. Auch wenn ich jetzt mit Freundinnen oder Freunden spreche, deren Kinder
00:20:28: jetzt, sag mal, langsam in die Berufswahlphase kommen, höre ich häufig und das liest man
00:20:33: tatsächlich auch in Studien, dass die jungen Menschen einen starken Drang haben, Berufe des
00:20:39: öffentlichen Dienstes in diese Streben zu wollen. Ganz viele Frauen wollen zum Beispiel in
00:20:46: Lehrerinnen werden, weil da hat man natürlich eine relativ, ich sage mal, da kann man sich ganz gut,
00:20:51: ganz gut flexibel auch, kann man ganz gut flexibel arbeiten. Man hat viele Zeiten,
00:20:56: in denen also kein Unterricht stattfindet und so weiter und so fort. Es ist für mich aber eine
00:21:02: vermeintliche Sicherheit, wo ich immer wieder sage, na ja, wenn man mal im öffentlichen Dienst war,
00:21:07: wird es ganz schwierig, etwas außerhalb des öffentlichen Dienstes zu finden. Die öffentliche
00:21:12: Dienst grenzt einen auch eigentlich sehr stark ein und ist auch im Endeffekt wirklich nicht
00:21:18: eine tolle Bezahlung, muss man auch ganz klar sagen. Und wenn man sich jetzt alles anguckt,
00:21:24: was heute Technologiebranche ist und das ist ein unheimlich breite Branche, weil eigentlich
00:21:29: heute jedes Unternehmen ein Technologieunternehmen ist oder zumindest einen starken Technologiefokus
00:21:35: hat, dann ist es an und für sich gerade, ob für Frauen oder Männer eigentlich eine perfekte Wahl,
00:21:40: weil das ja eine reine Wissensarbeit ist. Das heißt, im Wesentlichen braucht man dazu einen
00:21:47: Internetzugang, man braucht einen Laptop, Computer, noch ein Telefon und ein Kopfhörer und dann war es
00:21:53: das. Und ansonsten sind das häufiger auch Jobs, die auch global angelegt sind, so dass man in der
00:21:59: Tat einen hohen Freiheitsgrad hat. Und man hat eben genau die Möglichkeit, Homeoffice zu machen.
00:22:05: Natürlich braucht man auch Präsenzzeiten, man muss auch mit den Menschen reden,
00:22:08: aber ja, genau hier ist eine unheimlich große Flexibilität. Also man könnte sagen,
00:22:14: okay, ich arbeite mit China, also muss ich morgen sehr früh mit denen sprechen, weil die
00:22:19: normal vorderzeit sind oder mit USA Westküste arbeiten, da kann man dann ganz locker abends um
00:22:26: 9 Uhr noch mal ins Telefon und hat eigentlich auch die Flexibilität, das zu tun. Es gibt wenig
00:22:32: Dinge, wo man gezwungen ist, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort zu sein,
00:22:37: beziehungsweise man kann das sehr gut in seinem Team abstimmen und kann sagen, also bei mir ist
00:22:43: gerade meine private Situation, wie folgt können wir unseren Arbeitsrhythmus ein bisschen darauf
00:22:48: anpassen. Das heißt, hier ist eine unheimlich hohe Flexibilität. Die Branche ist auch sehr modern,
00:22:55: also auch gerade im Bereich auf, also man kann, wenn ich überlege, wenn Schulferien sind und
00:23:02: sie gehen in die SAP-Kantine, da laufen zig Kinder rum, also es ist völlig normal, die Kinder dann
00:23:07: halt einfach mitzubringen ins Büro, das ist völlig normal, das heißt ganz viele Dinge sind da einfach
00:23:15: gar kein Thema und das ist etwas, was ich mir wieder sage, das ist unheimlich auch für Männer,
00:23:20: auch für Männer ist die Flexibilität ja durchaus, es ist gar kein Frauenthema, sondern Vereinbarkeit
00:23:25: sollte ja auch ein Männerthema sein, sodass man sich das anfühlt, sich sehr gut aufteilen kann
00:23:30: und deswegen ist diese Branche eigentlich perfekt und dadurch, dass jedes Unternehmen heute mit
00:23:36: Technologie arbeitet, also jede Bank, jede Versicherung, gucken Sie mal auf den VW, die haben
00:23:42: gerade ein Problem, weil sie eben nicht zeitgemäß dann eigentlich von der Software weniger von der
00:23:47: Hardware, also wir haben an der Stelle einfach ein Thema, das jedes Unternehmen Technologie braucht
00:23:53: und damit auch die Branche unheimlich durchlässig sind, also ich kann tatsächlich von einer Bank
00:24:01: zur SAP wechseln, weil bei SAP brauchen wir auch Bank Know-how, weil unsere Kunden Banken sind und
00:24:06: da brauchen wir jemand bei uns, der Bank versteht, also von daher ist es auch ganz wichtig zu verstehen,
00:24:11: dass es sehr durchlässig ist, also wenn ein Arbeitgeber mir nicht mehr gefällt, ist es relativ
00:24:15: einfach zu wechseln oder wenn ich mal Lust habe mit meiner Familie ein Jahr, keine Ahnung, in ein
00:24:20: anderes Land zu gehen, dann ist das in der Regel machbar, also von daher ist es eine hohe Flexibilität
00:24:28: und definitiv ist die Möglichkeit des flexiblen Arbeitens sehr viel größer als natürlich bei
00:24:35: jemandem, wo entweder ich im Labor arbeite und ich mein Labor quasi Setting brauche oder ich mit
00:24:41: Menschen arbeite im Krankenhaus oder sonst wo, wo dann halt einfach Präsenz gefordert ist, das ist
00:24:47: halt in der Branche bei uns, ist die Präsenz nicht dringend erforderlich. Ja, jetzt ein Thema,
00:24:53: das immer gerne auch von Männern als sehr kritisch betrachtet wird, ist die Frauenquote,
00:25:00: vielen Bereichen gefordert wird. Ein Punkt, der so ein bisschen gegen die Frauenquote
00:25:08: zu sprechen scheint, ist ja, dass nicht jeder qualifiziert ist per se für etwas, bloß weil
00:25:14: er eine Frau ist. Und wenn man jetzt ein bestimmtes Amt 50/50 besetzen soll, ist die Frage, greift
00:25:24: man wegen einer Frauenquote auf minder qualifizierte Personen zurück und riskiert, dass das im
00:25:29: Unternehmen einfach nicht die maximale Power gibt, um es mal ganz einfach zu formulieren.
00:25:34: Wie stehen Sie zu dem Thema bzw. findet bei Ihnen schon im Vorfeld, bevor Sie eine Frau
00:25:42: auf die Bühne bringen, eine Auswahl statt, dass Sie sagen, hier wird nicht unterstützt,
00:25:47: bloß weil sie eine Frau ist, sondern man bringt auch im Vorfeld die Leistung?
00:25:50: Also ganz klar ist, dass, wenn ich eine, zum Beispiel eine interne Veranstaltung mache,
00:25:57: wir haben gerade gestern einen sogenannten SAP Women in Tech Innovation Day gemacht,
00:26:02: wo wir einen Tag lang unsere Frauen auf die Bühne gehoben haben und auch externe
00:26:05: Sprecher hatten und wir haben mit allen vorher einen, einmal einen Durchlauf gemacht, um einfach
00:26:14: auch weniger, weil wir gedacht haben, die können das nicht, sondern oftmals, weil das gut ist,
00:26:20: noch einmal zu üben, Feedback zu bekommen und ich habe es noch nicht erlebt. Erstens,
00:26:26: dass die Frauen gesagt haben, nee, will ich nicht. Also die Frauen sind immer total freudig und sagen,
00:26:32: was, ihr bietet das an, toll, mache ich gerne und sie sind immer wieder dankbar für das Feedback,
00:26:39: was dann kommt. Von daher gibt es bei mir natürlich eine gewisse Auswahl und nicht jede,
00:26:45: muss man auch sagen, ist halt von Anfang an eine tolle Sprecherin, aber viele können es einfach
00:26:50: durchüben, einfach auch werden sie besser. Nicht jeder hat dieses Naturtalent. Viele Menschen
00:26:56: müssen einfach sehr viel üben. Also von daher, aber wir gehen da weniger hin und sagen, wir
00:27:02: nehmen dich nicht auf die Bühne, sondern wir sagen eher noch mal, lass uns noch mal eine Runde
00:27:06: drehen, weil das Thema können sie ja. Also es ist ja oft, die Frauen sind ja, die Expertinnen sind
00:27:11: sie. Da ist ja gar keine Frage und das müssen wir ihnen auch immer wieder klar machen. Natürlich
00:27:17: bist du die Expertin für das Thema. Du arbeitest in diesem Thema und zwar schon eine gewisse Zeit,
00:27:22: du hast Erfahrung. Also das ist überhaupt nicht die Fragestellung, sondern die Frage ist eher,
00:27:26: wie kannst du das rüberbringen und wie kannst du das gut machen und sowasso gut du es kannst und
00:27:33: ohne da auch deine Persönlichkeit komplett zu ignorieren. Es gibt halt unterschiedliche Menschen,
00:27:38: wenn jemand eher ein bisschen ruhiger ist, wird er anders präsentieren als jemand, der halt
00:27:43: extrovertiert ist und halt viel mit Flächerkörpersprache arbeitet. Und vielleicht zum Thema Quote,
00:27:50: ich verstehe den Einwand auch, dass die Befürchtung besteht, dass unqualifizierte Menschen auf eine
00:27:57: Position kommen. Aber ich sage mal so, man muss natürlich den Prozess gestalten, dass Qualifikation
00:28:03: da ist. Also natürlich möchte es, möchte auch keine Frau als Quotenfrau irgendwo hin und zwar
00:28:10: unqualifiziert. Frauen haben im Gegenteil einen sehr hohen Anspruch an ihre eigene Qualifikation. Also
00:28:16: viel höher als auch Männer. Die Erfahrung zeigt und auch das ist nicht nur anekdotisch, zum Beispiel
00:28:26: wenn sie eine Stelle ausschreiben. Also wir schreiben intern eine Stelle aus und da gibt es 10
00:28:32: Merkmale, die abgefragt werden, also was halt Qualifikation betrifft, 10 Qualifikationen. Wenn
00:28:38: eine Frau nicht 80 oder 90 Prozent der Qualifikation erfüllt, wird sie sich nicht bewerben. Wenn
00:28:46: ein Mann nur 50 Prozent der Qualifikation erfüllt, wird er sagen, oh ja, ich bin das, ich bewerbe
00:28:54: mich. Das heißt Frauen haben einen viel höheren Anspruch an ihr eigenes Expertentum und würden
00:29:00: sich zertrall auf so eine Stelle nicht bewerben. Obwohl man sagt, Mensch, komm, mach das doch,
00:29:03: probier das. Ich meine, da gibt es bei 10 Qualifikationen, das ist maximal. Also vielleicht reicht
00:29:08: es ja, wenn du fünf hast. Also ich glaube, ich glaube auch nicht, dass Frauen unqualifiziert
00:29:14: bevorzugt würden, weil sie das selber nicht wollen. Und vielleicht noch eine Sache zu dem Thema Quote.
00:29:26: Wenn Sie sich gerade angucken, aktuell wird ja die neue EU-Kommission zusammengestellt, die neuen
00:29:31: EU-Kommissare werden zusammengestellt. Da haben wir eine Quote. Jedes Land hat einen Kommissar oder
00:29:38: eine Kommissarin. Und auch da gibt es ja heftige Debatten, ob die da entsprechend qualifiziert
00:29:45: sind oder nicht. Aber es ist völlig egal. Zypern hat eine, Deutschland hat eine und Zypern ist ein
00:29:51: gutes Stück kleiner als Deutschland. Und da wird auch nicht diskutiert. Also wir haben die Quote
00:29:55: auf vielen Ebenen. Ich wohne in Baden-Württemberg. Viele Gremien auf politischer Ebene werden in
00:30:01: Baden-Württemberg, Baden-Württemberg, helftig mit Menschen aus Baden und helftig mit Menschen
00:30:07: aus Württemberg schwaben besetzt. Also auch an der Stelle haben wir sehr häufig Quoten, die aber
00:30:13: nicht als solche bezeichnet werden. Also da wäre ich sehr vorsichtig, also dazu sagen, die Frauen
00:30:20: sind dann nicht qualifiziert werden, nur wenn sie Frau sind, hingehoben. Es glaube ich nicht. Das wird
00:30:24: im Ausnahmefall mal passieren, aber das passiert ja bei den Männern genauso, dass ein unqualifizierter
00:30:29: Mann halt, weil er sich gut präsentiert, vielleicht auf eine Position gehoben wird,
00:30:34: wofür er vielleicht nicht geeignet ist. Ja, ich glaube aber, dass das immer wichtig ist,
00:30:38: dass sie so betonen. Es gibt bei Frauen ja immer viele Argumente, die Männer anführen,
00:30:46: die es nicht geschafft haben, diese Position zu kriegen, warum sie im Zweifelzahl besser
00:30:50: geeignet wären und was die Frau alles angestellt hat, um diese Position zu bekommen. Und bloß,
00:30:56: weil man eben gerade der Kursör des Bürgermeisters ist, bedeutet man ja auch, bedeutet es ja auch
00:30:59: nicht, gerade dass man geeignetes Landrat zu werden oder so. Da kam gerade eben noch,
00:31:05: ja genau, wenn jetzt jemand ein Unternehmen führt oder in einem Unternehmen arbeitet und
00:31:11: diesen Podcast hört und sagt, Mensch, das ist eine innovative Entwicklung, die da Christine
00:31:19: Regitz macht, was sind so die ersten Schritte, um das in anderen Unternehmen auch einzuführen?
00:31:24: Es ist ein dickes Brett, was ich bohre, weil es geht darum ja auch, ich nenne es immer einen
00:31:35: Mind-Shift hinzubekommen. Was meine ich damit? Und ich bin da selber gar nicht frei von und ich
00:31:41: verstehe auch jeden, der auch nicht frei davon ist. Wir sind nun mal in unseren Strukturen drin,
00:31:46: wenn man zum Beispiel eine Veranstaltung plant. Das heißt, man plant ein internes, ein internes,
00:31:51: internes Meeting für die komplette Firma und sagt, wir wollen mal unsere neuen Top 3 Themen
00:31:57: vorstellen. Und dann wird man einfach gucken, wer sind die drei Top Leute, also wer sind die drei
00:32:01: Leute, die dieses neue Top-Thema verantworten und die hüben wir jetzt einfach mal auf die Bühne.
00:32:06: Das sind dann meistens natürlich, sind das Männer und das macht man dann aber auch nicht
00:32:11: absichtlich, sondern das sind halt die üblichen, die das halt verantworten, das Thema. Und dann
00:32:17: haben wir drei Männer auf der Bühne und dann fällt es niemandem auf bis vielleicht kurz vorher
00:32:21: und alle sagen, wir haben jetzt ja nur Männer auf der Bühne, was machen wir denn jetzt? Und dann
00:32:27: wird meistens schnell noch eine Moderatorin gesucht, damit man wenigstens eine Frau auf der
00:32:31: Bühne hat. Und dieses, ich sag mal so, dieses Bewusstsein zu schaffen, dass man das früher merkt. Und
00:32:39: wie gesagt, oftmals ist das ja gar nicht absichtlich, sondern das ist einfach, weil man sagt, man hat
00:32:43: ja die üblichen Verdächtigen und plötzlich ist ein reines Männer Panel auf der Bühne. Dass man
00:32:49: da es schafft, die Awareness hinzubekommen, also das Bewusstsein, das frühzeitig zu sehen,
00:32:55: aber wir brauchen unbedingt also noch eine Frau. Und das einfach muss einfach von oben auch verordnet
00:33:00: werden zu sagen, ich möchte künftig auf unseren Bühnen, möchte ich mindestens, keine Ahnung,
00:33:07: eine, zwei Frauen haben, die auch einfach Thema haben, die also nicht rein die Moderation machen.
00:33:13: Und das ist relativ einfach gesagt, aber schwer umgesetzt, weil einfach da Mechanismen herrschen
00:33:20: und das ist nicht gewollt, das ist einfach gewachsen, die muss man durchbrechen. Also man muss als
00:33:26: allererstes schaffen, dass dieses Bewusstsein da ist, wir wollen es ändern und wir können es
00:33:32: ändern. Und dann muss man halt manchmal auch ein bisschen mehr suchen, bis man eine Frau hat, die
00:33:37: dann auf der Bühne geht. Denn was ich anfangen sagte, dann sind die Frauen ja auch oft und sagen,
00:33:42: ach nee, das habe ich noch nie gemacht und meinst du wirklich und das mal ihnen dann auch hilft
00:33:47: und sagt natürlich, du kannst das und wir üben mit dir. Und es auch unsere Vorstände und alle
00:33:54: Menschen, die ich kenne, die auf großen Bühnen sind, die üben und zwar außerordentlich viel,
00:34:00: bevor sie auf diese großen Bühnen gehen. Das ist nicht, dass die einfach nur sich hinstellen,
00:34:06: sondern die haben vorher Wochen, wenn nicht Monate lang, an ihrem Vortrag gearbeitet. Und das
00:34:11: einfach zum sagen, zu sagen, okay, wir wollen zukünftig keine reinen Veranstaltungen, also
00:34:17: keine reinen Männerbühnen mehr sehen. Wir möchten etwas dafür tun und das erstmal ins
00:34:22: Bewusstsein zu schaffen und zu sagen, halt hier ist schon wieder was und nein, wir müssen jetzt
00:34:27: nach einer Frau suchen und ich bin der festen Überzeugung, dass man eine Frau finden wird
00:34:33: für ein Thema. Das heißt nicht, dass der Mann nicht auf die Bühne geht, sondern das heißt nur,
00:34:37: dass dann eine Frau mit auf die Bühne geht. Vielleicht sind wir zum gleichen Thema erwöhnthält,
00:34:42: zwei Personen auf der Bühne. Kann man ja dann auch aus unterschiedlichen Perspektiven
00:34:47: entsprechend angucken, dass die Mann. Sie hatten vorhin noch von Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit
00:34:54: kurz im Nebensatz gesprochen. Lassen Sie uns daraus einen Hauptsatz machen. Was machen Sie
00:35:00: außerhalb Ihrer beruflichen Tätigkeit in dem Bereich noch in Ihrer Freizeit? Also ich bin
00:35:07: aktuell die Präsidentin der Gesellschaft für Informatik. Die Gesellschaft für Informatik ist
00:35:12: ein Fachverband, der quasi alle Menschen, die in und um die Informatik arbeiten in Deutschland
00:35:19: fachlich verbindet. Wir veranstalten Konferenzen zu unterschiedlichsten Themen, sehr breite oder
00:35:27: auch sehr fachspezifische Konferenzen. Wir sind auch politisch aktiv, aber im Sinne vom Fach,
00:35:33: also wir beraten Gesetzesvorhaben mit unseren Expertinnen und Experten, wenn es um Gesetzgebungs
00:35:39: Verfahren geht zu verschiedensten Themen, sei es Datenschutz, sei es Cybersecurity, da sind wir
00:35:46: als Fachleute gefragt und beraten dann. Wir vernetzen uns aber auch unter anderem einfach nur, es gibt
00:35:53: auch und gibt auch eine Fachgruppe, die sich Frauen und Informatik nennt, also eine eigene Gruppe,
00:35:59: die sich dem Thema widmet. Die machen eigene Konferenzen, geben eine eigene Publikation heraus,
00:36:04: das heißt, da gibt es ganz viele Aktivität und ich leite halt diesen Verein und bin auch schon
00:36:10: sehr lange aktiv und habe da auch sehr viel gelernt in dieser Vereinsarbeit. Ich erzähle immer die
00:36:17: Anekdote, als ich ganz frisch, es gibt da ein Präsidium in dieser Gesellschaft für Informatik
00:36:24: und da sitzen hochrangige Menschen drin, da sitzen in hoffen Professoren drin, etliche von denen
00:36:29: kenne ich, weil das halt sehr renommierte Menschen sind und ich erinnere mich, also ich vor vielen
00:36:34: Jahren damals Quaramt, ich war damals die Sprecherin dieser Fachgruppe Frauen und Informatik,
00:36:40: bin da Quaramt, war ich dann im Präsidium und bin das erste Mal hin und dann saßen diese
00:36:45: ganzen Quarifären in diesem Präsidium und ich war wirklich, dachte ich, kleines Licht und
00:36:49: oh Gott, diese ganzen wirklich ausgezeichneten Professor Dr. Dr. H. C. dessen deren Bücher ich
00:36:56: kannte oder zumindest wusste, Quarifär und war wirklich, war sehr zurückhaltend und habe mich
00:37:05: nicht getraut und als ich das erste Mal was gesagt habe, war ich total nervös und aufgeregt
00:37:10: und habe gemerkt, wie ich anfing zu schwitzen und überhaupt und habe aber mit der Zeit gelernt,
00:37:15: diese Menschen sind total nett, die sind total normal, habe dann auch meine Scheu verloren,
00:37:22: die ich anfangs hatte, für diesen berühmten Menschen zu sprechen und kann das eigentlich nur
00:37:28: jeder Frau auch empfehlen, gerade im Ehrenamt kann man sich so gut ausprobieren. Man lernt,
00:37:35: meistens wird es alles, also alle kochen mit Wasser, man selber auch, aber alle anderen auch und
00:37:41: sich da auch auszuprobieren und zu sehen, was kann ich gut, was kann ich nicht gut, gerade in
00:37:47: so einem Verbands- oder Vereinskontext ist es total risikolos. Also im schlimmsten Fall hat man
00:37:52: dann irgendwann keine Lust mehr zum Beispiel, wenn man sagt, dieser Verein ist eigentlich,
00:37:56: ich bin schlecht geführt oder ich bin es dann doch nicht, aber da kann man das lernen und
00:37:59: sich ausprobieren, weil im Job sich auszuprobieren ist manchmal halt schwierig, kann auch gefährlich
00:38:06: sein, dann wird es manchmal auch als Scheitern angesehen, aber gerade in so einem Verbands- oder
00:38:10: Verein kann man sich wunderbar probieren, da kann man mal in so eine Führungsposition gehen,
00:38:15: kann man sagen, okay, ich leite mal irgendeine Untergruppierung und probiert es dann einfach
00:38:20: mal aus und so lässt sich dann vielleicht auch Feedback geben und die meisten Vereine sind froh,
00:38:25: wenn Menschen kommen, die sich engagieren wollen und das finde ich eine wunderbare Spielwiese für
00:38:31: sich, in der man dann auch Selbstbewusstsein lernen kann und ich habe viel Selbstbewusstsein da
00:38:36: darüber auch gelernt über diese Arbeit in dieser Gesellschaft für Informatik und kann
00:38:41: er echt nur sagen, liebe Frauen, machen. Das heißt, sie sind auch durch diese Schule gegangen,
00:38:47: die sie jetzt anderen Frauen anbieten. Wer waren so ihre wichtigsten Mentoren? Haben sie sich welche
00:38:53: besucht oder sind die einfach in ihr Leben getreten, die sie so an die Hand genommen haben, gesagt haben,
00:38:58: auf jetzt machen wir mal eine Bühne? Im Prinzip sind die einfach in mein Leben getreten und ich hatte
00:39:04: aber auch das Glück, dass es häufig meine Manager waren. Also ich hatte immer gute Chefs
00:39:10: beziehungsweise wenn die nicht so gut waren, war ich dann auch irgendwann dann nicht mehr da,
00:39:16: aber ich hatte wirklich das Glück, dass ich also da immer wahnsinnig gute Unterstützung hatte und
00:39:22: das ist glaube ich auch das Allerwichtigste. So ein Mentor sich zu suchen kann funktionieren,
00:39:28: muss nicht funktionieren, aber viel wichtiger ist, dass man den richtigen Chef hat. Wenn man den
00:39:33: richtigen Chef hat, dann öffnet der einem Türen oder die öffnet Türen, hilft, supportet, macht
00:39:40: genau das, was normalerweise ein Mentor macht und idealerweise hilft dieser Chef dann auch, dass
00:39:46: quasi wir, dass man den nächsten Schritt gehen kann. Also der hilft dann auch zu sagen, was könnte
00:39:53: dann der nächste Aufgabe sein, ob das jetzt eine Führungsposition ist oder einfach nur ein
00:39:58: anderes Thema oder seine Ausweitung des aktuellen Arbeitsgebietes. Also der Chef war für mich
00:40:04: eigentlich immer wichtig und ansonsten sind halt Menschen wirklich von der Seite, die habe
00:40:09: ich getroffen, da war sofort ein Liebe auf den ersten Blick sozusagen. Man hat sich der
00:40:16: Weg verstanden und ganz viel habe ich dann auch die gefragt und mir da einfach ein Feedback
00:40:22: eingeholt und einfach auch Ideen gebrainstormt und gesagt hat hier ich hatte auch mal eine Idee,
00:40:27: irgendwie tatsächlich mal irgendwie professionell Sprecherin zu werden, habe das mit einer guten
00:40:32: sehr, also mit einer guten Freundin, die das macht, gespiegelt und habe dann quasi für mich dann
00:40:38: halt ein bisschen einen anderen Weg eingeschlagen. Also ich glaube, die kam dann eher so über mein
00:40:42: Netzwerk. Also deswegen ist auch das Netzwerk was unheimlich wichtig ist, was ich auch allen
00:40:48: ans Herz legen kann, das persönliche Netzwerk und das dann auch zu nutzen. Also nicht nur das
00:40:52: Netzwerk so, um mal nett zu plaudern, sondern auch in das Netzwerk dann was reinzugeben und es
00:40:59: aktiv zu nutzen. Das machen Frauen auch häufig nicht und da viel stärker das auch für die
00:41:05: eigene Karriere zu benutzen. Das ist nicht so, dass man Karrieristin ist, nur weil man mal jemanden
00:41:11: fragt und sagt, ich habe hier eine Idee oder hey, wenn du mal was hörst, einen neuen Job, ich bin da
00:41:15: gerade auf den Mal ganz so happy, also dass man das aktiv auch dann nutzt. Ja. Wo soll bei ihnen die
00:41:23: Reise hingehen? Was sind so ihre Ziele, die sie noch haben? Sie haben ja schon sehr viel erreicht.
00:41:28: Trotzdem wirken sie jetzt auf mich nicht als jemand, der sagt, so kannst dann bleiben für die nächsten
00:41:34: 50 Jahre. Nein, also wie gesagt, ich arbeite ganz massiv an diesem Thema informatische Bildung in
00:41:40: die Schule. Es gibt da Studien, die auch zeigen, wenn das als Pflichtfach existiert, da gibt es so
00:41:47: eine Kompetenzmessung, da bin ich jetzt nicht die Fachfrau für, aber da gibt es Studien, auch
00:41:52: wirklich seriöse Studien, die zeigen, wenn das in Pflichtfahrene der Schule ist, dann sind diese
00:41:56: Kompetenzen bei den Mädchen signifikant höher ausgeprägt als ohne dieses Pflichtfach. Klammer
00:42:04: auf, was für die Mädchen Gutes zeigt. Diese Studie ist auch für Menschen, die aus einem
00:42:12: schwierigen Haushalt kommen, also aus Nichtbilder, aus aus Bildungsfernen, Familien gleichermaßen
00:42:17: hilft es denen. Also das, was den Mädchen hilft, hilft auch diesen benachteiligten Jugendlichen oder
00:42:21: Kindern. Und dafür setze ich mich ein und da will ich eigentlich so, das ist mein Ziel, dass wir das
00:42:27: hinbekommen, dass es flächendeckend in die Schulen geht. Das ist ein sehr dickes Brett, weil es
00:42:33: ein föderales Thema ist in Deutschland, das heißt jedes Bundesland hat da eigene Vorstellungen sozusagen,
00:42:41: aber wir sind auf einem guten Weg, glaube ich, und das in die Köpfe zu bringen, sodass wir dadurch,
00:42:46: glaube ich, den Mädchenanteil erhöhen und den Mädchen auch klar machen, dass Informatik nicht
00:42:50: programmieren ist, sondern dass man heute zum Beispiel, ich sage mal, die Welt retten kann mit
00:42:55: der Informatik, also wenn wir Satellitendaten nehmen, die Auswerten und sehen, wo ist gerade die nächste,
00:43:01: keine Ahnung, Flut am entstehen, wo ist gerade eine Dürre am entstehen, wie können wir diese Daten
00:43:06: nutzen, um den Boden besser zu bewirtschaften, wie können wir die Umwelt quasi entlasten, indem
00:43:12: wir diese Daten nehmen, auswerten. Ich glaube, da ist ganz viel zu tun und ich glaube, dass gerade
00:43:16: die Mädchen da über ihre intrinsische Motivation tatsächlich etwas Gutes für die Welt zu tun,
00:43:21: da ganz viel beitragen können. Und das in Kombination mit den Menschen, die da eher dann technisch
00:43:26: dran gehen, also wir brauchen ja beides, wir brauchen die technischen, die ersob da fundamental
00:43:30: Forschung betreiben und die, die die Anwendung dann überlegen und das, glaube ich, können die
00:43:34: Mädchen sehr gut, weil die immer nach einem Zweck suchen. Also wofür ist es gut? Ja, ich kann
00:43:40: Menschen heilen in der Medizin, ganz, ganz viel. Und da ist ja die Informatik schon sehr früh mit
00:43:45: drinne, alle MRTs, was ihr heute sehen, alle Medizintechnik, das ist eigentlich im Wesentlichen,
00:43:50: ist da einiges Elektrotechnik, aber da ist auch ganz viel Informatik drin, das sind eigentlich
00:43:54: alles Computer heute. Und da gibt es ganz viel zu tun und da brauchen wir die Mädchen und da
00:43:59: müssen sie auch keine technische Informatik für studieren. Aber das nochmal klar zu machen,
00:44:03: zu sagen Mensch, da ist so viel zu tun, da kommt in der Zukunft so viel, was wir Gutes tun können
00:44:09: für die Menschen im Sinne der Allgemeinheit und da glaube ich, das will ich auch nochmal transportieren,
00:44:15: da will ich auch nochmal meinen Beitrag leisten, dass das nochmal deutlicher wird.
00:44:19: Sehr schön. Ich guck grad auf die Uhr, die Zeit vergeht wie im Fluge. Wir kommen langsam zum Ende,
00:44:29: auch wenn wir noch stundenlang weitersprechen könnten hier, es gibt da sicherlich noch weitere
00:44:35: Möglichkeiten, sich dann da auch gegenseitig zu begegnen. Gibt es denn irgendwelche Kontakte,
00:44:40: die ihnen jetzt aktuell von Nutzen sein könnten, zum Beispiel zu bestimmten Bildungsträgern,
00:44:45: ich denke da jetzt an Privatschulen im Raum Heidelberg, Mannheim zum Beispiel oder einfach
00:44:52: rum zu sagen, man macht mal so ein Pilotprojekt mit einer Schule, an dem man sowas macht oder
00:44:58: Entscheidungsträger von anderen Bildungseinrichtigen gibt irgendwelche Kontakte, die sie aktuell
00:45:05: suchen, die aber noch nicht so an sie herangetreten sind? Ehrlich gesagt, nein, nicht sehr konkret,
00:45:15: was viel eher mein Motto ist, weil wir müssen an der Stelle skalieren und wir müssen den Druck
00:45:21: breit aufbauen, dass jeder quasi bei sich zu Hause sozusagen vor der eigenen Hausdauer oder in
00:45:29: der eigenen Bildungseinrichtung da aktiv wird und es gibt verschiedene Vereine, die da auch
00:45:35: unterstützen oder wo man sich Vorbilder holen kann. Also zum einen, was viele auch nicht wissen,
00:45:41: es gibt die bundesweiten Informatik-Wettbewerbe. Das ist etwas, was wir von der Gesellschaft für
00:45:47: Informatik veranstalten, wird aber gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
00:45:53: Und diese Wettbewerbe gibt es für unterschiedliche Niveaus oder unterschiedliche Klassenstufen.
00:46:00: Es fängt an mit dem sogenannten Informatik-Bieber. Das ist der Einsteiger-Wettbewerb, sehr spielerisch,
00:46:06: da können auch schon Grundschulen mitmachen und da interessanterweise bei diesem Informatik-Bieber
00:46:15: machen häufig ganze Klassen mit und da haben wir auch eine ungefähr 50/50 Teilnahme von Männchen
00:46:19: und Jungs. Und das geht dann weiter, also bis zur Sekundarstufe 2, wo es dann halt tatsächlich in
00:46:25: so ein Exzellenz-Wettbewerber reingeht, aber das zu erfragen, weil ich sage mal, da kann man mitmachen.
00:46:32: Das ist etwas, was spielerisch ist, was schon mal heran führt, was auch die Kreativität des Fachs beleuchtet.
00:46:38: Also gucken Sie doch mal, ob in Ihrer Schule vielleicht da schon mal jemand mitmacht oder
00:46:42: promoten Sie diese bundesweiten Informatik-Wettbewerbe. Da gibt es auch eine eigene Homepage dazu.
00:46:48: Die finden Sie aber, wenn Sie also einen geben, Bundeswettbewerb-Informatik. Und das Zweite ist so
00:46:53: Initiativen wie "Mind Zukunft schaffen". Mind Zukunft schaffen ist auch eine gemeinnützige
00:46:59: Einrichtung im Verein, der deutschlandweit "Mind-freundliche Schulen" auszeichnet. Also da können
00:47:05: sich Schulen bewerben, ist auch so eine Art Wettbewerb und können sagen, was sie alles tun. Mind steht
00:47:10: ja für Mathematik, Informatik, Natur, Wissenschaft und Technik. Also was tun sie eigentlich in
00:47:15: Ihrer Schule, weil die Schulen selbst können auch sehr viel tun. Was machen Lehrer, wo gibt es Vorbilder
00:47:21: und die Ehren auch jedes Jahr Bundeslandspezifisch dann diese Schulen, zeichnen die aus. Und ich glaube,
00:47:28: dass einfach zu diesen Basis Druck aufzubauen und zu sagen, es gibt ganz viel, was es schon gibt.
00:47:35: Was passiert eigentlich in meiner Nachbarschaft? Was passiert in meiner Schule? Weil darüber
00:47:40: kriegen wir, glaube ich, auch dann irgendwann die Masse hin und irgendwann und da bewegen sich
00:47:45: dann auch die politischen Akteure, weil sie einfach müssen. Weil da einfach auch eine gewisse,
00:47:49: jetzt mittlerweile kann man sagen, Konkurrenzsituation entsteht. Also wenn es dann heißt,
00:47:54: naja, also das Saarland hat jetzt Pflichtfach eingeführt. Wie sieht es jetzt eigentlich in
00:47:58: Rheinland-Pfalz aus? Also da entsteht dann schon so ein gewisser Druck und wenn man das deutlich
00:48:03: macht, glaube ich, das ist für mich das Allerwichtigste. Und da, das muss skalieren und damit es
00:48:10: skaliert muss halt jeder quasi gucken in seinem Umfeld, passiert da etwas und einfach da immer
00:48:16: wieder den Finger in die Wunde legen. Prima. Frau Regitz, ich fand dieses Interview hoch
00:48:24: spannend. Das hat sich komplett anders entwickelt, als ich es erwartet habe. Ich muss sagen,
00:48:33: ich bin ja jetzt auch seit einiger Zeit politisch aktiv und werde mich da auch mehr in Rheinland-Pfalz
00:48:38: engagieren. Ich werde sie auf jeden Fall auf dem Bildschirm haben, weil für mich der Bereich
00:48:42: Bildungswesen ein ganz großer Bereich ist, in dem ich da Dinge verändern möchte auch.
00:48:49: Das heißt, werde dann, wenn ich den nötigen Einfluss habe, auch nochmal auf sie zukommen.
00:48:54: Gerne. Gerne. Und ja, dann bedanke ich mich recht herzlich für Ihre Zeit und für Ihre Expertise
00:49:01: und Sie haben als Interviewgast das letzte Wort. Ja, erst mal vielen Dank, dass ich dabei sein
00:49:07: durfte. Das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Ich fand auch, die Zeit ist wirklich verflogen
00:49:11: und ich kann nur an alle appellieren, das Thema Digitalisierung, das wird uns begleiten,
00:49:18: das wird schneller werden, das wird nicht weggehen und es wird auch nicht langsamer werden und wir
00:49:23: sollten alle und insbesondere die Frauen die Gelegenheit ergreifen mitzugestalten, damit wir
00:49:29: das selber in der Hand haben und es ist alles keine Rocket Science, es ist alles keine Raketenwissenschaft.
00:49:35: Ganz viel davon ist ganz einfach und es ist manchmal ein bisschen schwierig erklärt,
00:49:41: aber es ist gar nicht schwierig. Also alle gucken sie einfach ein, es gibt im Internet so viele
00:49:45: Angebote, auch sich weiterzubilden, auch nicht mehr in der Schule, also lebenslanges Lernen,
00:49:49: sich mit dem Thema KI, da gibt es ganz viele auch Einsteigerlevel. Machen Sie sich schlau,
00:49:54: machen Sie, gestalten Sie mit, lassen Sie sich nicht gestalten.
00:49:57: SWR 2017